Wollschweber:innen

Diese Präzision im Flug, allein dieses Fliegen, aber auch die Orientierung und seine gesamte Lebensweise - irgendwie verrückt.
Und das alles von einem kleinen Tierchen, dass nur von März bis Mai im Jahr lebt - zuvor jedoch als Larve schon einige Zeit im Verborgenen.
So fliegen zu können - ohne es je lernen zu müssen - ein Wunschtraum.
Ist das nicht genial!
Ich jedenfalls muss immer den Atem anhalten, wenn ich solche Zeitlupenaufnahmen betrachte...
Es ist dieses unendliche Staunen vor dieser Präzision und Perfektion, vor diesen vielen alltäglichen Wundern,
wenn man die Augen und das Herz nur ein ganz klein wenig öffnet...

Hier steht übrigens mehr über:
https://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Fer_Wollschweber
https://natur-erleben-online.de/wollschweber/
https://www.spektrum.de/lexikon/biologie/wollschweber/70998


Hier...

..hat sich der sonst so quirlige Kerl mal etwas ausgeruht...
Man sieht den langen Rüssel sehr genau. Der Rüssel ist kein starrer "Strohhalm", sondern am Ende deutlich beweglich.
Außerdem kann man hier auch schön sehen, warum der Gute "Woll"-schweber heisst.



Beachtet die gespaltene Zunge


Interessanterweise haben die Kolibris, die ja auch Nektar saugen,
eine ähnlich gespaltene Zunge.
Ich vermute, dass es an der Viskosität des Nektars liegt, dass sich diese Art der Flüssigkeitsaufnahme bei so verschiedenen Arten etablieren konnte.


Mehr Infos zur Kolibri-Zunge...
https://asknature.org/de/und-Dritten-/Zunge-nimmt-Fl%C3%BCssigkeit-auf/

Fortpflanzung


Das Weibchen des großen Wollschwebers schleudert seine Eier - einzeln - aus dem Flug heraus vor den Eingangsbereich von Wildbienen. Aus den Eiern schlüpfen beweglich Larven, die sich in die Niströhren der Wildbienen bewegen, um dort an den Larven der Wildbienen zu parasitieren. Die Wildbienen sind jedoch auch sehr aufmerksam und entfernen die Eier wieder - so sie diese entdecken. Daher tarnen die Wollschweber-Weibchen ihre Eier mit Sand. Die Eier sind klebrig, aber der Sand muss zu den Eiern gebracht werden. Diesen Vorgang, das sogenannte Einsanden, können wir hier beobachten. Alles ist in Zeitlupe (10fach langsamer) -

Wie mit einem Wischmop wird der Sand durch spezielle Haare am Hinterleib aufgenommen. Während dieses Vorgangs werden die Haare irgendwie "nach aussen geklappt". Das Ganze aufzunhmen war nciht ganz einfach, weil die Tiere immer wieder so schnell abhauen und super schnell fliegen. Auf der anderen Seite - wenn man sich ganz ruhig verhält, dann bleiben sie doch für den Moment des Einsandens gelegentlich an einer Stelle. (Aufgenommen im Mai, 2013)
Das Weibchen des großen Wollschwebers schleudert seine Eier - einzeln - aus dem Flug heraus vor den Eingangsbereich von Wildbienen. Aus den Eiern schlüpfen beweglich Larven, die sich in die Niströhren der Wildbienen bewegen, um dort an den Larven der Wildbienen zu parasitieren. Die Wildbienen sind jedoch auch sehr aufmerksam und entfernen die Eier wieder - so sie diese entdecken. Daher tarnen die Wollschweber-Weibchen ihre Eier mit Sand. Die Eier sind klebrig, aber der Sand muss zu den Eiern gebracht werden. Diesen Vorgang, das sogenannte Einsanden, können wir hier beobachten. Alles ist in Zeitlupe (10fach langsamer) -
Wie mit einem Wischmop wird der Sand durch spezielle Haare am Hinterleib aufgenommen. Während dieses Vorgangs werden die Haare irgendwie "nach aussen geklappt". Das Ganze aufzunehmen war nicht ganz einfach, weil die Tiere immer wieder so schnell abhauen und super schnell fliegen. Auf der anderen Seite - wenn man sich ganz ruhig verhält, dann bleiben sie doch für den Moment des Einsandens gelegentlich an einer Stelle. (Aufgenommen im Mai, 2013)

Das "große Durchdrehen"  -  the "unexpected spinning"           


Die folgenden Videos zeigen eine "Entdeckung", ein ganz besonderes Flugverhalten, dass - soweit ich weiss - zumindest im Insektenreich einzigartig ist.
Es wurde noch nirgends in einer wissenschafltichen Arbeit beschrieben.

Um was geht es?

Warum auch immer - plötzlich fängt dieser Wollschweber an sich zu drehen - um die senkrechte Hochachse - sichert zuerst mit dem vordersten Beinpaar seinen Rüssel - und fliegt nach einigen Umdrehungen davon als wäre nichts gewesen...
Das Ganze geht so schnell, dass man es mit bloßen Auge fast nicht erkennen kann - und selbst weiter unten in 10-facher SloMo geht alles ziemlich flott...


Das "Spinning" in Echtzeit!

Es wird klar, warum man diese Bewegung bisher nicht entdeckt oder beschrieben hat. Es "geschieht" erst nach  Sekunde 20,
und zur besseren Erkennbarkeit wurden ein ROTER RAHMEN auf den Film aufgebracht, in dem Moment, wo die Drehung stattfindet. Es ist - in Echtezeit - wirklich nur ein extrem kurzer Moment. Man kann es eigentlich fast nicht erkennen, nur ein Huschen, ein Ruckeln...
In der entsprechenden Verlangsamung der Szene sieht man aber, dass es ein absolut kontrollierter und wohlvorbereiteter Vorgang ist.

10-fach verlangsamt


100-fach verlangsamt


Man kann nur vermuten, was der Nutzen oder der Hintergrund für dieses Verhalten sein mag.
Vielleicht eine Methode, um sich den "Rüssel abzuwischen", denn bei den Rotationen konnte ich mehrmals sehen, wie etwas weggeschleudert wurde. Vielleicht Pollen, vielleicht Nektar. Möglicherweise ein Verhalten, vergleichbar dem Hunde, der nass geworden, sein Fell durch rasche Rotationen, vom Wasser befreit.

Eine andere, wilde Vermutung in den Raum gestellt, ist die, ob damit Parasiten, die über von der Blüte über den Rüssel auf den Körper klettern möchten (z.B. Milben) abgeschüttelt werden sollen.
(Von Kolobris ist so eine Milbenwanderung über den Schnabel her bekannt)

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